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 25. März 2018

Jetzt wirds eng für den angeblich gesunden Dicken
Schon ein bisschen Übergewicht erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Leiden
Nik Walter

Bauchfett: Zu viel davon erhöht das Krankheitsrisiko

Ein bisschen zu viel Speck auf den Rippen kann ja nicht schaden. Diesen Schluss zumindest haben in der Vergangenheit mehrere Studien nahegelegt. Wer übergewichtig ist, so das Fazit dieser Untersuchungen, erkranke nicht häufiger an Herz-Kreislauf-Leiden als Normalgewichtige. Schnell kreierten Ärzte und Forscher für den nicht gut erklärbaren Befund das eingängige Schlagwort «Obesity paradox», auf Deutsch: «Übergewichts-Paradoxon».

Dieses Wort kann man getrost wieder vergessen. Gleichzeitig kann man sich auch vom Mythos des gesunden Dicken verabschieden. Denn gleich drei aktuelle Studien mit Hunderttausenden Teilnehmern räumen damit auf. Die Message ist klar: Fettpölsterchen haben keinen schützenden Effekt auf das Herzinfarkt- oder Hirnschlagrisiko. Um das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken, hilft nur eines: abnehmen.

Für die aktuellste der drei Studien beobachteten Forscher der University of Glasgow knapp 300 000 Teilnehmer der «UK Biobank»-Studie während etwa fünf Jahren. Die 171 000 Frauen und 125 000 Männer waren zu Beginn der Studie 40 bis 69 Jahre alt und hatten keine bekannten Herz-Kreislauf-Probleme. Im Verlauf der Studie erkrankten dann knapp 5700 Frauen und 7200 Männer an einem solchen Leiden, wie die Forscher im «European Heart Journal» berichteten.

Bei der Auswertung der Daten zeigte sich: Für Frauen und Männer ist ein Body-Mass-Index (BMI) von 22 bis 23 (Kilogramm Körpergewicht geteilt durch Grösse in Meter im Quadrat) ideal: Sie haben das tiefste Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Mit jeder Zunahme des BMI um 5,3 (Frauen) respektive 4,3 (Männer) erhöht sich dieses Risiko um 13 Prozent. Ein ähnliches Bild ergibt sich beim Bauchumfang: Optimal sind 74 cm (Frauen) und 83 cm (Männer). 12,6 cm mehr bei Frauen erhöhen das Risiko um 16 Prozent, 11,4 cm mehr bei Männern um 10 Prozent.

Im Rahmen dessen, was man mit solchen Assoziationsstudien machen könne, sei das eine «gute Studie», sagt Philipp Gerber, Oberarzt am Adipositas-Zentrum des Universitätsspitals Zürich. «Generell hat man gesundheitlich und bezüglich der Lebenserwartung sicher keinen Vorteil mit einem zu hohen Gewicht.»
Eine weitere Erkenntnis der Studie: Der BMI taugt nur bedingt zur Vorhersage von Krankheitsrisiken. Denn er berücksichtigt weder die Körperzusammensetzung (Fettanteil) noch die Fettverteilung. Bessere Prädiktoren seien der Bauchumfang und der Körperfettanteil, sagt Gerber. Beides könne man auch relativ einfach messen. Für den Bauchumfang reicht ein einfaches Messband.

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